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«Wir sind wie eine Familie»

Es ist Donnerstagabend, in den Hallen der Sportanlage Wisacher in Regensdorf herrscht Hochbetrieb. Kinder, Jugendliche und Bälle hüpfen gleichermassen lebendig über die blauen Böden, dazwischen feuern Trainerinnen die Spielenden an, vom Balkon schauen Eltern und Geschwister neugierig zu.

Alexandra Vollmeier von Basketball Regensdorf verfolgt das emsige Treiben aufmerksam. Sie selber hat hier vor über 20 Jahren mit Basketball begonnen und spielt auch heute noch aktiv und engagiert sich im Verein, derzeit sitzt sie im Strategy Board. Dieses fokussiert darauf, dass Spielende und Trainierende optimal profitieren und sich konstant verbessern können. Es geht aber bei Basketball Regensdorf nicht primär um Erfolg, sondern darum, allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, Basketball spielen zu können, egal auf welchem Level. Alexandra Vollmeier: «Das ist unser Slogan: Make People Love Basketball. Das ist unser Ziel. Egal, wer du bist, wenn du Interesse hast, dann bist du bei uns willkommen.»

Ein passendes Angebot für jeden und jede

Regensdorf hat deshalb ein breites Angebot. Die einen kommen einmal die Woche an einem Abend, Schülerinnen und Schüler der Sportschule können am Morgen üben und am Abend im Teamtraining spielen. «Natürlich gibt es verschiedene Bedürfnisse und Ansprüche, je nachdem wie gut man ist, welche Ambitionen man hat, wie oft man trainieren kann. Aber wir probieren für jede und jeden etwas Passendes zu bieten. Und wenn wir es nicht haben, dann machen wir es irgendwie möglich», so Vollmeier. Deshalb arbeitet Basketball Regensdorf auch mit anderen Clubs zusammen und nutzt Synergien.In den Hallen sind nach dem schweisstreibenden Aufwärmen und Einlaufen die Spiele in vollem Gange.

«Wir probieren für jede und jeden etwas Passendes zu bieten. Und wenn wir es nicht haben, dann machen wir es irgendwie möglich.»

Was sofort auffällt: Alle sind mit vollem Einsatz dabei. Und: Mädchen und junge Frauen sind hier eindeutig in der Überzahl. Auch die Coaches sind an diesem Abend allesamt weiblich. Die Trainerin der U14 Mädchen, Katerina Kakales, meint stolz: «Wir ziehen Mädchen an. Aber auch Jungs. Letztes Jahr hatten wir nur eine Mixed Gruppe bei den U14, heute rennen uns die jungen Frauen die Türe ein.» Immer wieder betont sie, dass sie wie eine Familie seien. «Alle sind willkommen, niemand wertet.» Das ist spürbar, sowohl ob bei den Jüngsten (U6, die Vier- bis Sechsjährigen), bei denen es gemäss Alexandra Vollmeier hauptsächlich um die Freude am Ballspiel geht, als auch bei den Sportlerinnen und Sportlern aus den Leistungsteams, die von ihrer Trainerin Claudia Stefania Croitoru Ene in englischer Sprache zu Höchstleistungen angetrieben werden. Rebekka, Germaine und Ariona, alle 15 Jahre alt, sind Fans von Claudia, die ihre Spielerinnen und Spieler innert einem Jahr auf das Level gebracht habe, auf dem andere nach acht Jahren seien. «Claudia ist eine Maschine. Sie ist unsere Inspiration. Manchmal ist sie auch ernst», aber das finden alle gut.

Das Training, so Katerina Kakales, muss abwechslungsreich sein. Insbesondere die Mädchen wollen Action. Sie sind mit voller Konzentration dabei. Handys kommen während der eineinhalb Stunden nicht zum Einsatz. Kakales: «Im Basketball gibt es keine Handys. Die werden in der Garderobe deponiert, und dann wird gespielt. Wenn wir fertig sind, dürfen sie die Handys wieder in die Hand nehmen.»

Training Basketball Regensdorf

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Basketball Regensdorf?

Aktiv Werbung macht man bei Basketball Regensdorf nicht. Der Verein ist auf den sozialen Medien präsent, hat eine eigene Website, ist im Schweizer Basketball sowie bei J+S engagiert. Neue Mitglieder aber kommen «via Mund-zu-Mund-Propaganda oder von Ball zu Ball», lacht Alexandra Vollmeier. Der grosse Zulauf gibt ihr Recht. Der Verein hat mittlerweile vierzehn Jugendteams à je mindestens zehn Mitglieder, darüber hinaus auch noch die Seniorenteams.

«Neue Mitglieder aber kommen «via Mund-zu-Mund-Propaganda oder von Ball zu Ball.»

Nach Abschluss des Trainings drängen sich die Spielerinnen und Spieler in Gruppen vor die Kamera. Niemand scheint es eilig zu haben, zum Handy zu kommen. Alle möchten interviewt werden, alle wollen ihre Familien, ihre Freunde, ihre Lehrerinnen und Lehrer und ganz besonders ihre Trainerinnen und Trainer grüssen. Jede Gruppe sagt von ihrem Coach, er oder sie sei die beste. Die Spielerinnen und Spieler haben die Arme auf die Schultern des oder der nächsten gelegt, ganz in Sportsmanier. Aber es geht hier eindeutig nicht nur um die Repräsentation eines erfolgreiche Sportteams, es geht primär um Freundschaft und Freude. Die meisten haben den Weg in die Basketballhallen Regensdorfs denn auch über Kolleginnen und Kollegen oder über die Eltern gefunden. Heute nennen die Spielerinnen und Spieler den Verein ihr zweites Zuhause, die Mitglieder ihre zweite Familie. Sie mögen den Teamsport, dass sie hier so viel Neues lernen, sie mögen die Wettkämpfe und die Jungs wollen später alle in die NBA. Captain Constantinos, 11 Jahre alt, präzisiert: «Ich möchte auch, dass wir alle in die NBA kommen und dass wir viel Spass miteinander haben.»

Dass es an Spass und Kollegialität nicht mangelt, ist eindeutig. Es ist nach 20 Uhr, als die letzte Gruppe sich auf den Heimweg macht. Selbstverständlich gemeinsam, und selbstverständlich verabschiedet man sich noch gebührend von den Seniorinnen und Senioren, die in der Zwischenzeit die Hallen in Beschlag genommen haben. Vielleicht spielt ja die eine oder der andere in ein paar Jahren auch bei ihnen mit?

Kommentieren

23. März 2022 13:17 - Suza
Cooler Bericht 🥰👏🏻
29. April 2022 23:03 - Dominik
Nett!

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